Ein gut gelebtes Leben.

Psychotherapie nach Rogers, Hayes & Co.

“Empathisch zu sein, bedeutet, die Welt durch die Augen der anderen zu sehen und nicht unsere Welt in ihren Augen.”

Carl Rogers

Ein kurzer Blick in die sozialen Medien bestätigt unsere Vermutung… wir sind umgeben von High-Performern, Ernährungsprofis und Fitness-Freaks. Das Gebot der Stunde lautet: Erfolg, Glück, und… Sie ahnen es… Resilienz. Im Narrativ der Leistungsgesellschaft, in einer Zeit des (digitalen) Umbruchs und der konstanten Selbstoptimierung ist schlicht kein Platz für unliebsame Empfindungen wie Wut, Schwäche, Traurigkeit, Schmerz oder Leid. Und wir tun alles, um diese zu vermeiden.

Zugegeben, das Phänomen „Vermeidung“ ist nicht neu. Es ist das Dilemma der sprachbegabten Wesen. Unser Verstand – immer im Problemlösemodus – läuft dazu auf Hochtouren… und bringt uns doch nicht so recht weiter. Denn was im Außen gut funktioniert (Den heißen Herd NICHT anfassen) führt im Inneren (Denke NICHT an einen rosa Elefanten) oft in eine Sackgasse.

Viele Klient_innen beginnen eine Therapie mit dem Wunsch, von ihren unangenehmen Gedanken, Gefühlen, Erinnerungen oder Ängsten befreit zu werden. Sie erleben sich selbst als defizitär, fehlerhaft und krank.

Dabei ist es gerade dieser Kampf gegen unser inneres Erleben, der langfristig zu Kollateralschäden führt. Die Akzeptanz und Commitment Therapie (ACT) fragt deshalb nicht „Was willst du tun, wenn du wieder „gesund“ bist?“ sondern „Was kannst du hier und jetzt tun? Wofür willst du stehen? Was ist deine Idee von einem gut gelebten Leben?“ In diesem Sinne ist ACT sowohl naheliegend als auch kontrintuitiv und geradezu revolutionär kontrakulturell.

Gleichzeitig greift sie – mit Kernthemen wie Akzeptanz, Empathie, authentischen Entwürfe zum eigenen Selbst und der Verbundenheit mit unserer Umwelt – mühelos in die humanistische Tradition Carl Rogers, die sowohl unseren Beratungsansatz als auch mein therapeutisches Arbeiten prägt.

Gemeinsam mit meinen Klient_innen begebe ich mich auf Entdeckungsreise zu grundlegenden Bedürfnissen (wie Zugehörigkeit, Selbstwirksamkeit und Orientierung) und persönlichen Werten. Im vertrauensvollen Austausch arbeiten wir dabei achtsam im Hier und Jetzt mit den sechs Kernprozessen der ACT und erhöhen Schritt für Schritt die psychische Flexibilität.

Time is not a thing – It is just a measure of change. There is now and now and now.

Steven C. Hayes, Emily K. Sandoz

ACT: Offen, zentriert, engagiert.

Die Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT) ist Teil der „Dritten Welle“ der Verhaltenstherapie. Sie ergänzt klassische verhaltenstherapeutische Techniken durch achtsamkeitsbasierte Strategien und werteorientierte Interventionen. Während ACT philosophisch im Kontextualismus fußt, bildet die von Steven C. Hayes entwickelte Bezugsrahmentheorie das wissenschaftliche Fundament dieser prozessbasierten Therapieform. ACT verfolgt das Ziel, die psychische Flexibilität zu fördern, die für ein wertorientiertes Leben unter ständig wechselnden inneren und äußeren Bedingungen erforderlich ist.